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Sonnenobservatorium
Grabungskampangen 2002 bis 2004 der Archäologen

Die Kreisgrabenanlage von Goseck
The circular enclosure of Goseck


2002 bis 2004 wurde die Anlage von Archäologen komplett ausgegraben, vermessen und dokumentiert.

Between 2002 and 2004 the enclosure was completely excavated and documented by archaeologists. 

 


Im Auftrag des Landesamtes für Archäologie Sachsen-Anhalt wurde die Region wegen einer bekanntermaßen hohen prähistorischen Befunddichte im September 1991 überflogen. Westlich von Goseck wurde eine positive Markierung der Vegetation, die die annähernde Form eines Kreises mit drei Öffnungen zeigte, entdeckt. Erste wissenschaftliche Theorien deuteten z. B. auf eine Wehranlage oder auf einen Viehkrahl hin. Diese wurden dann durch wissenschaftliche Untersuchungen verworfen.

11 Jahre nach der Entdeckung durch Luftbildprospektion wurde in drei Grabungskampangen 2002 bis 2004 von Archäologen und Studenten des Studienganges "Prähistorische Archäologie" der MLU die gesamte Anlage ausgegraben, vermessen und dokumentiert.

Nach den ersten Grabungen deuten die Befunde auf eine archäologische Sensation hin. Drei gut erhaltene Tore, mit Wangen eingefasst, markieren nach Norden, Südosten und Südwesten ausgerichtet, den Sonnenauf- und Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende am 21. Dezember des Jahres.

Insbesondere den Möglichkeiten der Luftbild- und geophysikalischen Prospektionen ist es zu verdanken, dass sich nunmehr auch in Mitteldeutschland ein Verbreitungsschwerpunkt von Kreisgrabenanlagen herauskristallisiert. Gegenüber dem Hauptverbreitungsgebiet der Anlagen zeichnet sich diese Region durch seine eher peripher nördliche Lage aus.

Neben den Prospektionen boten nun auch die genauen archäologischen Untersuchungen günstige Vorraussetzungen für detailierte astronomische Forschungen. So konnte Dr. W. Schlosser vom Institut für Astro-Physik der Universität Bochum nachweisen, dass Südost- und Südwesttor den Sonnenaufgang- bzw. untergang zur Zeit der Wintersonnenwende am Beginn des 5. Jahrtausends v. Chr. markieren.

Demnach kann auch für die Kreisgrabenanlage von Goseck eine astronomische Orientierung angenommen werden.
 
 

Solar Observatory

Because of the large number of prehistoric sites in the region, an air survey was done in September 1991 on behalf of the State Office for Archaeology Saxony-Anhalt. A circular vegetation pattern with three openings was discovered west of Goseck. The first theories, pointing towards a defence system or a cattle enclosure, were later rejected on the basis of the results of the scientific examinations.

11 years after the discovery through air survey, the whole enclosure was excavated, measured and documented during three excavation campaigns between 2002 and 2004, performed by archaeologists and students of the course “Prehistoric Archaeology” of the MLU.

After the first digs, the results promised an archaeological sensation. Three well-preserved portals, girted with cheeks, point towards the north, the south-east and the south-west and mark the sunrise and the sunset of the winter solstice on December 21st.

It is due to the technologies of air survey and geophysical prospection that Central Germany now becomes noticed as a region with a large number of circular enclosures, peripherally north of the area where these enclosures are most prevalent.

Apart from the prospections, the intensive archaeological examinations offered favourable conditions for detailed astronomical research. Dr. W. Schlosser from the institute for astrophysics of the University of Bochum was able to prove that the portals in the south-east and the south-west mark the winter solstice sunrise and sunset at the beginning of the 5th millennium BC.

It can therefore be assumed that the circular enclosure of Goseck follows an astronomical orientation. 
 
 
 
 
Aktualisiert ( Donnerstag, 04. Dezember 2014 um 09:15 )